~ K apitel 7 ~

Martin Luther 1545




1   Nachdem er aber vor dem Volk ausgeredet hatte, ging er gen Kapernaum.
2   Und eines Hauptmanns Knecht lag todkrank, den er wert hielt.
3   Da er aber von JEsu hörete, sandte er die Ältesten der Juden zu ihm und bat ihn, daß er käme und seinen Knecht
    gesund machte.
4   Da sie aber zu JEsu kamen, baten sie ihn mit Fleiß und sprachen: Er ist es wert, daß du ihm das erzeigest;
5   denn er hat unser Volk lieb, und die Schule hat er uns erbauet.
6   JEsus aber ging mit ihnen hin. Da sie aber nun nicht ferne von dem Hause waren, sandte der Hauptmann Freunde zu
    ihm und ließ ihm sagen: Ach HErr, bemühe dich nicht! Ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach gehest;
7   darum ich auch mich selbst nicht würdig geachtet habe, daß ich zu dir käme; sondern sprich ein Wort, so wird 
    mein Knabe gesund.
8   Denn auch ich bin ein Mensch, der Obrigkeit untertan, und habe Kriegsknechte unter mir und spreche zu einem: 
    Gehe hin! so geht er hin, und zum andern: Komm her! so kommt er, und zu meinem Knecht: Tu das! so tut er's.
9   Da aber JEsus das hörete, verwunderte er sich sein und wandte sich um und sprach zu dem Volk, das ihm nachfolgte:
    Ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht funden.
10  Und da die Gesandten wiederum nach Hause kamen, fanden sie den kranken Knecht gesund.
11  Und es begab sich danach, daß er in eine Stadt mit Namen Nain ging; und seiner Jünger gingen viel mit ihm und
    viel Volks.
12  Als er aber nahe an das Stadttor kam, siehe, da trug man einen Toten heraus, der ein einiger Sohn war seiner
    Mutter, und sie war eine Witwe. Und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr.
13  Und da sie der HErr sah, jammerte ihn derselbigen und sprach zu ihr: Weine nicht!
14  Und trat hinzu und rührete den Sarg an. Und die Träger stunden. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe 
    auf!
15  Und der Tote richtete sich auf und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter.
16  Und es kam sie alle eine Furcht an und preiseten GOtt und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns 
    aufgestanden, und: GOtt hat sein Volk heimgesucht.
17  Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegenden Länder.
18  Und es verkündigten Johannes seine Jünger das alles. Und er rief zu sich seiner Jünger zwei
19  und sandte sie zu JEsu und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten?
20  Da aber die Männer zu ihm kamen, sprachen sie: Johannes der Täufer hat uns zu dir gesandt und läßt dir sagen:
    Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten?
21  Zu derselbigen Stunde aber machte er viele gesund von Seuchen und Plagen und bösen Geistern und viel Blinden 
    schenkte er das Gesicht.
22  Und JEsus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und verkündiget Johannes, was ihr gesehen und gehöret habt:
    Die Blinden sehen, die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein, die Tauben hören, die Toten stehen auf, den
    Armen wird das Evangelium geprediget;
23  und selig ist, der sich nicht ärgert an mir.
24  Da aber die Boten des Johannes hingingen, fing JEsus an, zu reden zu dem Volk von Johannes: Was seid ihr 
    hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das vom Winde beweget wird?
25  Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen sehen in weichen Kleidern? Sehet, die in 
    herrlichen Kleidern und Lüsten leben, die sind in den königlichen Höfen.
26  Oder was seid ihr bin ausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der da mehr 
    ist denn ein Prophet.
27  Er ist's, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor deinem Angesicht her, der da, bereiten 
    soll deinen Weg vor dir.
28  Denn ich sage euch, daß unter denen, die von Weibern geboren sind, ist kein größerer Prophet denn Johannes der
    Täufer; der aber kleiner ist im Reich GOttes, der ist größer denn er.
29  Und alles Volk, das ihn hörete, und die Zöllner gaben GOtt recht und ließen sich taufen mit der Taufe des 
    Johannes.
30  Aber die Pharisäer und Schriftgelehrten verachteten GOttes Rat wider sich selbst und ließen sich nicht von ihm
    taufen.
31  Aber der HErr sprach: Wem soll ich die Menschen dieses Geschlechts vergleichen, und wem sind sie gleich?
32  Sie sind gleich den Kindern, die auf dem Markt sitzen und rufen gegeneinander und sprechen: Wir haben euch 
    gepfiffen, und ihr habt nicht getanzet; wir haben euch geklaget, und ihr habt nicht geweinet.
33  Denn Johannes der Täufer ist kommen und aß nicht Brot und trank keinen Wein, so sagt ihr: Er hat den Teufel.
34  Des Menschen Sohn ist kommen, isset und trinket, so sagt ihr: Siehe, der Mensch ist ein Fresser und Weinsäufer,
    der Zöllner und Sünder Freund.
35  Und die Weisheit muß sich rechtfertigen lassen von allen ihren Kindern.
36  Es bat ihn aber der Pharisäer einer, daß er mit ihm äße: Und er ging hinein in des Pharisäers Haus und setzte 
    sich zu Tische.
37  Und siehe, ein Weib war in der Stadt, die war eine Sünderin. Da die vernahm, daß er zu Tische saß in des 
    Pharisäers Hause, brachte sie ein Glas mit Salben
38  und trat hinten zu seinen Füßen und weinete und fing an, seine Füße zu netzen mit Tränen und mit den Haaren 
    ihres Haupts zu trocknen; und küssete seine Füße und salbete sie mit Salben.
39  Da aber das der Pharisäer sah, der ihn geladen hatte, sprach er bei sich selbst und sagte: Wenn dieser ein 
    Prophet wäre, so wüßte er, wer und welch ein Weib das ist, die ihn anrühret; denn sie ist eine Sünderin
40  JEsus antwortete und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber sprach: Meister, sage an!
41  Es hatte ein Wucherer zwei Schuldner. Einer war schuldig fünfhundert Groschen, der andere fünfzig.
42  Da sie aber nicht hatten zu bezahlen, schenkte er's beiden. Sage an, welcher unter denen wird ihn am meisten 
    lieben?
43  Simon antwortete und sprach: Ich achte, dem er am meisten geschenket hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht 
    gerichtet.
44  Und er wandte sich zu dem Weibe und sprach zu Simon: Siehest du dies Weib? Ich bin kommen in dein Haus, du hast
    mit nicht Wasser gegeben zu meinen Füßen; diese aber hat meine Füße mit Tränen genetzet und mit den Haaren 
    ihres Haupts getrocknet.
45  Du hast mir keinen Kuß gegeben; diese aber, nachdem sie hereinkommen ist, hat sie nicht abgelassen, meine Füße
    zu küssen.
46  Du hast mein Haupt nicht mit Öle gesalbet; sie aber hat meine Füße mit Salben gesalbet
47  Derhalben sage ich dir: Ihr sind viel Sünden vergeben, denn sie hat viel geliebet. Welchem aber wenig vergeben 
    wird, der liebet wenig.
48  Und er sprach zu ihr: Dir sind deine Sünden vergeben.
49  Da fingen an, die mit ihm zu Tisch saßen, und sprachen bei sich selbst: Wer ist dieser, der auch die Sünden 
    vergibt?
50  Er aber sprach zu dem Weibe: Dein Glaube hat dir geholfen; gehe hin mit Frieden!











Jesus Christus ist der EINZIGE Weg zu Gott!