~ K apitel 9 ~

Martin Luther 1545




1   Er forderte aber die Zwölfe zusammen und gab ihnen Gewalt und Macht über alle Teufel und daß sie Seuchen heilen
    konnten.
2   Und sandte sie aus, zu predigen das Reich GOttes und zu heilen die Kranken.
3   Und sprach zu ihnen: Ihr sollt nichts mit euch nehmen auf den Weg, weder Stab noch Tasche noch Brot noch Geld;
    es soll auch einer nicht zwei Röcke haben.
4   Und wo ihr in ein Haus gehet, da bleibet, bis ihr von dannen ziehet.
5   Und welche euch nicht aufnehmen, da gehet aus von derselben Stadt und schüttelt auch den Staub ab von euren
    Füßen zu einem Zeugnis über sie.
6   Und sie gingen hinaus und durchzogen die Märkte, predigten das Evangelium und machten gesund an allen Enden.
7   Es kam aber vor Herodes, den Vierfürsten, alles, was durch ihn geschah; und er besorgte sich, dieweil von 
    etlichen gesagt ward: Johannes ist von den Toten auferstanden;
8   von etlichen aber: Elia ist erschienen; von etlichen aber: Es ist der alten Propheten einer auferstanden.
9   Und Herodes sprach: Johannes, den habe ich enthauptet; wer ist aber dieser, von dem ich solches höre? Und 
    begehrete, ihn zu sehen.
10  Und die Apostel kamen wieder und erzählten ihm, wie große Dinge sie getan hatten. Und er nahm sie zu sich und 
    entwich besonders in eine Wüste bei der Stadt, die da heißt Bethsaida.
11  Da des das Volk inne ward, zog es ihm nach. Und er ließ sie zu sich und sagte ihnen vom Reich GOttes und machte
    gesund, die es bedurften. Aber der Tag fing an sich zu neigen.
12  Da traten zu ihm die Zwölfe und sprachen zu ihm: Laß das Volk von dir, daß sie hingehen in die Märkte umher und
    in die Dörfer, daß sie Herberge und Speise finden; denn wir sind hier in der Wüste.
13  Er aber sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen. Sie sprachen: Wir haben nicht mehr denn fünf Brote und zwei
    Fische; es sei denn, daß wir hingehen sollen und Speise kaufen für so groß Volk.
14  (Denn es waren bei fünftausend Mann.) Er sprach aber zu seinen Jüngern: Lasset sie sich setzen bei Schichten,
    je fünfzig und fünfzig.
15  Und sie taten also und setzten sich alle.
16  Da nahm er die fünf Brote und zwei Fische und sah auf gen Himmel und dankete darüber, brach sie und gab sie 
    den Jüngern, daß sie dem Volk vorlegten.
17  Und sie aßen und wurden alle satt; und wurden aufgehoben, was ihnen über blieb von Brocken, zwölf Körbe.
18  Und es begab sich, da er allein war und betete und seine Jünger bei ihm, fragte er sie und sprach: Wer sagen 
    die Leute, daß ich sei?
19  Sie antworteten und sprachen: Sie sagen, du seiest Johannes der Täufer; etliche aber, du seiest Elia; etliche
    aber, es sei der alten Propheten einer auferstanden.
20  Er aber sprach zu ihnen: Wer saget ihr aber, daß ich sei? Da antwortete Petrus und sprach: Du bist der Christ 
    GOttes.
21  Und er bedräuete sie und gebot, daß sie das niemand sagten,
22  und sprach: Denn des Menschen Sohn muß noch viel leiden und verworfen werde von den Ältesten und Hohenpriestern
    und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen.
23  Da sprach er zu ihnen allen: Wer mir folgen will der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich 
    täglich und folge mir nach.
24  Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verlieret um meinetwillen, der
    wird's erhalten.
25  Und was Nutz hätte der Mensch, ob er die ganze Welt gewönne und verlöre sich selbst oder beschädigte sich 
    selbst?
26  Wer sich aber mein und meiner Worte schämet, des wird sich des Menschen Sohn auch schämen, wenn er kommen wird 
    in seiner Herrlichkeit und seines Vaters und der heiligen Engel.
27  Ich sage euch aber wahrlich, daß etliche sind von denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken werden, 
    bis daß sie das Reich GOttes sehen.
28  Und es begab sich nach diesen Reden bei acht Tagen, daß er zu sich nahm Petrus, Johannes und Jakobus und ging 
    auf einen Berg, zu beten.
29  Und da er betete, ward die Gestalt seines Angesichts anders, und sein Kleid ward weiß und glänzete.
30  Und siehe, zwei Männer redeten mit ihm, welche waren Mose und Elia.
31  Die erschienen in Klarheit und redeten von dem Ausgang, welchen er sollte erfüllen zu Jerusalem.
32  Petrus aber, und die mit ihm waren, waren voll Schlafs. Da sie aber aufwachten, sahen sie seine Klarheit und 
    die zwei Männer bei ihm stehen.
33  Und es begab sich, da die von ihm wichen; sprach Petrus zu JEsu: Meister, hier ist gut sein; lasset uns drei 
    Hütten machen, dir eine, Mose eine und Elia eine. Und wußte nicht, was er redete.
34  Da er aber solches redete, kam eine Wolke und überschattete sie. Und sie erschraken, da sie die Wolke überzog.
35  Und es fiel eine Stimme aus der Wolke, die sprach: Dieser ist mein lieber Sohn, den sollt ihr hören.
36  Und indem solche Stimme geschah, fanden sie JEsum alleine. Und sie verschwiegen und verkündigten niemand nichts
    in denselbigen Tagen, was sie gesehen hatten.
37  Es begab sich aber den Tag hernach, da sie von dem Berge kamen, kam ihnen entgegen viel Volks.
38  Und siehe, ein Mann unter dem Volk rief und sprach: Meister, ich bitte dich, besiehe doch meinen Sohn; denn er 
    ist mein einiger Sohn.
39  Siehe, der Geist ergreift ihn, so schreiet er alsbald; und reißet ihn, daß er schäumet; und mit Not weichet er
    von ihm, wenn er ihn gerissen hat.
40  Und ich habe deine Jünger gebeten, daß sie ihn austrieben, und sie konnten nicht.
41  Da antwortete JEsus und sprach: O du ungläubige und verkehrte Art! Wie lange soll ich bei euch sein und euch
    dulden? Bringe deinen Sohn her.
42  Und da er zu ihm kam, riß ihn der Teufel und zerrete ihn. JEsus aber bedräuete den unsaubern Geist und machte 
    den Knaben gesund und gab ihn seinem Vater wieder.
43  Und sie entsetzten sich alle über die Herrlichkeit GOttes. Da sie sich aber alle verwunderten über alles, was
    er tat, sprach er zu seinen Jüngern:
44  Fasset ihr zu euren Ohren diese Reden! Denn des Menschen Sohn muß überantwortet werden in der Menschen Hände.
45  Aber das Wort vernahmen sie nicht, und es war vor ihnen verborgen, daß sie es nicht begriffen; und sie fürchteten
    sich, ihn zu fragen um dasselbige Wort.
46  Es kam auch ein Gedanke unter sie, welcher unter ihnen der Größte wäre.
47  Da aber JEsus den Gedanken ihres Herzens sah, ergriff er ein Kind und stellete es neben sich
48  und sprach zu ihnen: Wer das Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der 
    nimmt den auf, der mich gesandt hat. Welcher aber der Kleinste ist unter euch allen, der wird groß sein.
49  Da antwortete Johannes und sprach: Meister, wir sahen einen, der trieb die Teufel aus in deinem Namen, und wir
    wehreten ihm; denn er folget dir nicht mit uns.
50  Und JEsus sprach zu ihm: Wehret ihm nicht; denn wer nicht wider uns ist, der ist für uns.
51  Es begab sich aber, da die Zeit erfüllet war, daß er sollte von hinnen genommen werden, wandte er sein Angesicht,
    stracks gen Jerusalem zu wandeln.
52  Und er sandte Boten vor sich hin; die gingen hin und kamen in einen Markt der Samariter, daß sie ihm Herberge 
    bestelleten.
53  Und sie nahmen ihn nicht an, darum daß er sein Angesicht gewendet hatte, zu wandeln gen Jerusalem.
54  Da aber das seine Jünger, Jakobus und Johannes sahen, sprachen sie: HErr, willst du, so wollen wir sagen, daß 
    Feuer vom Himmel falle und verzehre sie, wie Elia tat.
55  JEsus aber wandte sich und bedräuete sie und sprach: Wisset ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid?
56  Des Menschen Sohn ist nicht kommen, der Menschen Seelen zu verderben, sondern zu erhalten.
57  Und sie gingen in einen andern Markt. Es begab sich aber, da sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich
    will dir folgen, wo du hingehest.
58  Und JEsus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben, und die Vögel unter dem Himmel haben Nester, aber des Menschen
    Sohn hat nicht, da er sein Haupt hinlege.
59  Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: HErr, erlaube mir, daß ich zuvor hingehe und
    meinen Vater begrabe.
60  Aber JEsus sprach zu ihm: Laß die Toten ihre Toten begraben; gehe du aber hin und verkündige das Reich GOttes.
61  Und ein anderer sprach: HErr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, daß ich einen Abschied mache mit
    denen, die in meinem Hause sind.
62  JEsus aber sprach zu ihm: Wer seine Hand an den Pflug leget und siehet zurück, der ist nicht geschickt zum
    Reich GOttes.












Jesus Christus ist der EINZIGE Weg zu Gott!