Alkohol, Drogen, Diebstahl - bis Jesus in sein Leben kam
Zuerst möchte ich dir sagen, dass das, was ich hier schreibe, die Wahrheit ist und dir zum Segen werden soll.
Ich bin Ralf und kann auf eine ziemlich harte Vergangenheit zurückblicken. Mit 14 Jahren kam ich zum ersten mal in den Knast. Angefangen hat alles früher in der Clique, mit Alkohol, Diebstahl, Drogen etc. Ich suchte natürlich eine gewisse Art von Selbstbestätigung, indem ich gegen jede Art von Autorität rebellierte! Doch in Wirklichkeit suchte ich nur Liebe in einer kaputten Welt wo nur Leistung zählt, wo sich jeder selbst der Nächste ist, weil er durch Macht, und oftmals auch über die Gefühle anderer nach oben kommen will. Bei mir war das so, dass ich durch die frühe Scheidung meiner Eltern und weil mein Vater seine Autorität durch Schläge zum Ausdruck brachte, Liebe, Anerkennung und Beachtung durch Diebstahl von Motorrädern und Autos versuchte zu bekommen. Natürlich war das für mich auch früher eine gewisse Abenteuerlust, mit dem dadurch verbundenen Prickeln, bei dem Risiko dabei erwischt zu werden, und ein tolles Gefühl von Geschwindigkeitsrausch. Auch spielte die erkaufte Anerkennung vor Gleichaltrigen eine große Rolle, denn ich versuchte ihre Beachtung zu erlangen, indem ich immer mit einem neuen fahrbaren Untersatz auftauchte. Mit 13 Jahren war ich ja noch nicht strafmündig, doch irgendwann wurde ich 14 Jahre und da häuften sich die Anzeigen. Vielmals wurde ich aus den eigenen Reihen "angezündet", weil meine "Freunde" vor der Polizei nicht den Mund halten konnten. Irgendwann 1982 war es dann so weit, daß die Polizei für mich und meinen Freund einen Haftbefehl bekam. Obwohl wir diese Tat gar nicht begingen, wurden wir in U-Haft genommen. Diese Nacht vergesse ich nie.
Ich weinte und rief "Oh Gott, hilf mir!" Es war so eklig kalt, ohnmächtig, das Gefühl, daß man sein Leben weggenommen bekommt.
Am nächsten Tag kamen wir zwar wieder raus, weil der Haftrichter uns glaubte, daß wir es nicht waren, doch erhielten wir eine Auflage, gegen die man nicht verstoßen darf, Weisungen und Meldepflicht. Sobald ich wieder etwas anstellte, wurde ich wieder in Haft genommen. Ich will das nun nicht weiter ausführen doch damit ihr wisst wovon ich spreche soll gesagt sein, daß ich meine ganze Jugend hinter Gitter verbracht habe. Jedes Mal war ich darüber verzweifelt, weil ich versagt habe und die innere Traurigkeit, Ängste und Not einer engen Zelle taten ihr übriges. 24 Stunden rennt man im Kreis wie ein Tiger im Käfig und sucht ein Loch, aus dem man schlüpfen kann. Obwohl ich jedes Mal gute Vorsätze hatte, bekam ich immer wieder die Ablehnung der Gesellschaft zu spüren und kam mir vor als ob ich ein Kainsmal auf der Stirn hätte! Ich kam mir wertlos vor, wenn ich aufs Sozialamt ging und um das Geld, das mir zustand regelrecht betteln musste. Die Kälte der Menschen tat mir weh, auch war der Kreislauf immer der selbe, keine Arbeit-keine Wohnung / keine Wohnung-keine Arbeit. Es kam soweit das mir alles egal war, ich mir selbst am meisten. Ich betäubte das Gefühl in mir mit Drogen, träumte von Frieden und Glück in einer besseren Welt. Der Kreislauf Kriminalität-Drogen zogen mich immer tiefer in den Sumpf, und ich wurde belogen und belügte mich selbst. Ich bin nun 31 Jahre alt und bis vor zwei Jahren saß ich immer wieder ein. 12 Jahre Gefängnis es war eine harte Zeit. In den letzten 9 Jahren versuchte ich drei Therapien, die ich alle nach kurzer Zeit abbrach. Ein Therapeut kann einem vielleicht lernen wie man mit Drogen umgeht, doch den Grund, warum man sie nimmt, kann nur Gott heilen.
Es war schon komisch, ich habe immer geglaubt das es ihn gibt. Doch irgendwann dachte ich der will ja eh nichts mehr von mir wissen.
Irgendwann 1990 ging ich im Gefängnis mal in eine Freizeitgruppe, nur weil man dann freitags zwei Stunden länger aus der Zelle sein kann. Es war eine "Schwarze Kreuz Gruppe", ich wusste nicht was es ist. Doch die Menschen dort, die als Betreuer von draußen rein kamen, waren ganz anders. Ich spürte, dass sie uns so annahmen wie wir sind. Sie liebten uns obwohl wir für die meisten nur Dreck waren. Außerdem nahmen sie kein Geld dafür, dass sie kamen. Im Gegenteil, sie opferten sogar ihre Freizeit, die sie auch mit ihrer Familie verbringen konnten. Ich sah mir das ein paar Mal an und führte ein paar Gespräche und faste wieder Vertrauen zu Gott, weil sie sagten, dass Er ja für Sünder auf die Welt kam. Ein ganz lieber Christ machte mit mir dann sogar wöchentlich Einzelbetreuungen, über ein Jahr.
Doch ich rauchte weiter Haschisch, ich hielt es psychisch nicht aus in die Zelle zu gehen. Außerdem war ich nicht bereit ganz loszulassen und umzukehren.
In den nächsten fünf Jahren war es immer das selbe, ich kam raus und kam wieder voll drauf. Ein paar Wochen und ich war wieder drinnen. Es wurde von mal zu mal schlimmer, ich war Politoxokomane (d.h., ich nahm fast alles-Tabletten, Heroin, Kokain, Alkohol, Haschisch) und hatte kein Limit. Im Knast braute ich mir den Schnaps selber, und wusste immer wie ich an Stoff kommen konnte. In die Schwarze Kreuz Gruppe ging ich trotz allem immer. Doch selbst diese Menschen gaben irgendwann die Hoffnung für mich auf. Gott aber gab mich nicht auf ! Er hatte Zeit, seine Uhren gehen anders. Mitte 1996 war schon die Zeit, wo ich anfing Menschen, die mir weh getan hatten oder ich ihnen, zu vergeben. Und dann im November als ich ein paar Tage allein in der Zelle war, kam eine Zeit wo mich der Heilige Geist in die Busse führte.
Ich wusste genau ich schaffe es nicht alleine und wenn ich das nächste mal raus bin bin ich Tod. Ich ging in meiner Zelle auf die Knie, ich sagte: "Jesus, wenn es dich wirklich gibt, dann hilf mir, ich folge dir, ich gebe dir alles, auch das Haschisch". (Ich glaubte es ja nicht mal mehr das ER mir helfen kann).
Was dann geschah vergesse ich nie. Der Heilige Geist kam in mein Leben und eine wunderbare, unbeschreibliche Liebe durchflutete mich. Es war mir, als nähme mir jemand einen tonnenschweren Rucksack von Schuld von meinen Schultern und ich war frei.
Es war einfach wunderschön, ich war im Gefängnis doch ich war frei. Ich kann das beurteilen, denn ich war so oft im Bau. Doch jetzt war alles ganz anders, am liebsten war ich mit Gott allein, dann zog ER mich zu sich hinauf. Doch das war nur der Anfang, Gott ist ja so gut, ich danke ihm von ganzem Herzen. Er führte mich in den nächsten Tagen in eine Gebetsgemeinschaft. Denn wenn ich ein paar Tage alleine auf dem Gang rumgestanden wäre, wäre ich wahrscheinlich wieder mit Stoff in Berührung gekommen. Er leitete mich durch Gefühl, denn Er wohnte jetzt in mir. Wenn ich irgendwo hinging, wo Er es nicht wollte spürte ich das ganz genau. Die anderen Gefangenen dachten natürlich ich hätte ein Rad ab, wenn ich ihnen von Jesus erzählte. Sie dachten, dass ich nur früher raus will, obwohl ich nur noch ein paar Monate hatte und das war für mich schon immer nur noch ein Klacks. Das erste was ich verstand was Jesus sagte war: "Wem viel vergeben ist, der Liebt viel und das Er einmal 10 Leprakranke heilte und nur einer zu
rückging um es ihm zu danken". Vorher war mir immer alles egal. Wenn mein Meister im Betrieb zu mir sagte "Schweiße mal das Gitter oder das oder jenes" sagte ich: "Mach doch deinen Dreck selber"! Doch jetzt war alles anders. Gott vollbrachte das Wollen und Vollbringen in mir durch Seinen Geist. Ich tat es dann nicht für meinen Meister sondern für Gott, weil Er zu mir durch Sein Wort sprach: "Seid aller Obrigkeit untertan." Dann kam eine Zeit wo mich Jesus innerlich heilte, denn ich war verschärft drauf und konnte Menschen nur durch meine Wortwahl runtermachen und nahm schon immer kein Blatt vor den Mund. Doch Gott möchte, dass das, was wir sprechen, anderen zum Segen wird und sie erbaut. Gleich am Anfang gab mir Jesus auch eine wichtige Verheißung : Ps.37,5-6:" Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf Ihn, er wird's wohlmachen und wird deine Gerechtigkeit heraufführen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag."
Das war so wichtig das Er für uns (Seine Kinder) sorgt. Ich brauchte keine Drogen mehr. Seine Liebe war viel schöner und besser, als sich den Kopf zuzudröhnen und Frust zu schieben, wenn der Törn wieder vorbei war. Natürlich hatte ich es jetzt nicht einfach, denn ich schwamm ja gegen den Strom. Bei mir gab es kein Haschisch und kein Schnaps mehr und ich wurde damit auch nicht mehr auffällig. Die Beamten wunderten sich jedes Mal wenn sie meine Zelle durchsuchten! Was niemand dachte trat nach einer gewissen Zeit ein. Ich bekam Ausgang, den ich dazu nutzte in eine Gemeinde zu gehen. Auch wurde ich für die letzten Monate in den Freigang verlegt. Da ich keine abgeschlossene Berufsausbildung hatte, machte Gott mir klar, dass ich irgendwas machen muss. Ich betete dafür und ging aufs Arbeitsamt. Das Wunder geschah und ich bekam einen Ausbildungsplatz geschenkt. (17 Monate bin ich jetzt schon dabei) Früher habe ich immer schon alles nach kürzester Zeit hingeschmissen.
Gott sagt in seinem Wort : "Wer Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Väter oder Mütter oder Kinder oder Äcker verlässt um meines Namens Willen, der wird hundertfach empfangen und das ewige Leben ererben."
Rückblickend auf mein Leben kann ich bestätigen, das Gottes Wort wahr ist und er mich wirklich hundertfach für mein altes Leben entschädigt hat, dafür, das ich ihm mein Leben ganz und gar gegeben habe. Es gab seit meiner letzten Entlassung keinen Tag, an dem ich nicht von ihm versorgt wurde mit dem, was ich brauche oder das ich auf der Straße hätte schlafen müssen.
Das ist alles nun schon mittlerweile ein paar Jahre her, doch Gott ist der geiche, was er bei mir geschafft hat, kann er auch bei anderen tun. Ist jemand in Christus, hat er ein neues Leben. Alles alte ist vergangen, alles ist neu und alles ist von Gott! Wenn ich mal Zeit finde werde ich euch schreiben, was ich alles wieder in den letzten Jahre erlebt habe, ich bin nun schon mehr als drei Jahre Verheiratet und habe eine ganz liebe Tochter.
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